Epishins Erben

Vladimir sieht Anand in der Eyjafjallajökull-WM “vorne”

by Deep_Bernard on Apr.20, 2010, under Epizentrum, Partien

Es ist wieder Showtime im Schachsport und alle nur erdenklichen Blogger und Nachrichtenseiten berichten bereits seit Tagen über das nun kommenden Event.  Aber es gibt auch was zu erzählen, da – wie heute bekannt  wurde – Anand eine rund 40-stündige Autofahrt von Frankfurt nach Sofia hinter sich hat.

Inwieweit die Fide dem Antrag auf Verlegung des WM-Starts um 3 Tage zustimmt, ist bis dato ungewiss. Vor ein paar Tagen hatte die AICF (All India Chess Federation) den Antrag auf Verlegung gestellt, da bekanntlich durch die Aschewolke (möglicherweise das Wort des Jahres) ein Transit durch die Lüfte zurzeit nicht möglich ist. Dieses soll aber hier nicht noch einmal durchgekaut werden, da keine Webseite die Information so schnell und so direkt kommunizieren kann, wie die der chesstigers.

Der Antrag der Inder ist also mehr als verständlich die WM um drei Tage zu verlegen und eigentlich sollte dies auch jeder verstehen und akzeptieren.  Es wäre wohlmöglich ein großer Nachteil für Vishy direkt am 23.04.2010 am Brett zu sitzen, während Vesselin völlig ausgeruht und vorbereitet seine Chance wittert.

Dennoch sieht Vladimir Epishin den Schützling von Hans-Walter Schmitt als Favoriten in dieser Begegnung, ohne dafür eine große Begründung zu finden. Sicherlich werden da auch ein paar Sympathie-Punkte eine Rolle spielen, die bis dato die Schergen um Topalov vermissen lassen.

Topalov ist wahrscheinlich auch derjenige der am wenigsten dafür kann, dass die deutschen Sympathien wohl mehrheitlich bei dem - ach so lieb gewonnenen -  Inder liegen. Vesselin spielt interessantes Schach, ist sicherlich ein würdiger Gegner und hätte auch mehr Zuneigung verdient, wenn…. ja wenn da nicht der diplomatische Undertaker Silvio Danailov wäre.

Seinen wohl größten Auftritt hatte der Manager im Jahre 2006, als sein Schützling zwar das viel interessantere Schach spielte, aber sein damaliger Gegner Kramnik trotz schnödem Spiel die Punkte sammelte. Danailov ließ kurzerhand die Toilette von Kramnik niederreißen, weil ein Kabel aus der Wand ragte und keine Videoüberwachung in diesem Badezimmer vorhanden war. Dies war wohl ein verzweifelter Versuch Kramnik aus dem Tritt zu bringen.

Schade für Vesselin Topalov, der nach wie vor um Sympathien kämpfen muss.

Wir werden nun sehen, ob Sofia eine Wettkampfstätte des Ruhmes wird, oder eine weitere Folge des Denver Clans wird, in der sich Silvio erneut in „Alexis der Schachszene“ verwandelt.

Zu welchem Spieler haben Sie eine größere Zuneigung ?

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Zur Einstimmung auf die WM haben wir zwei Partien der Kontrahenten hier aufgeführt, die ebenfalls in Sofia gespielt wurden.


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